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Getreide ist ein Sammelbegriff für kultivierte (ertragreicher gezüchtete) Pflanzenarten aus der Familie der Gräser (Gramineae oder Poaceae), deren einsamige Schließfrüchte als Körner (Getreidekörner, Cerealien) bezeichnet werden. Einige ursprüngliche Formen wie z.B. der Flughafer finden sich nahezu auf jeder Wiese. Im Nahen Osten ist Getreide als Ackerpflanze seit etwa 10.000 Jahren belegt, in Europa seit etwa 7.000 Jahren. Die bedeutendsten Getreidesorten sind Mais, Reis, Weizen, Gerste, Hirse, Hafer und Roggen.
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Als besonders "schädlich" in der Kaninchenfütterung wird oft das angeführt, was Landpflanzen als überschüssige Energie speichern - die Stärke. Besonders reich an diesem Reservestoff sind Samen, Knollen, Zwiebeln und Rhizome (Rhizome sind z.B. Rebstock, Rosenstock, Spargel, Maniok). Stärke ist ein Kohlenhydrat - ein Polysaccharid, das im Verdauungsprozess über Di- zu Monosacchariden, also letztendlich zu Traubenzucker gespalten wird, welches wiederum über das Blut in die Zellen transportiert und dort als "Brennstoff" für die Zellen dient. In erster Linie ist sie somit ein Energielieferant und führt bei übermäßiger Fütterung zu Verfettung, da überschüssige Energie in Form von Fett eingelagert wird. Getreide enthalten in relativ großen Mengen das Klebereiweiß (Gluten). Es besteht aus einer Gruppe einfacher, schwerlöslicher Proteine - den Gluteninen und Gliadinen. In Getreidesorten wie Weizen und Roggen sowie botanisch verwandten Ursorten wie Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Emmer sowie der Roggen-Weizen-Kreuzung Triticale liegen die verschiedenen Proteinfraktionen in einer Kombination vor, die beim Menschen die sogenannte Zöliakie (einheimische Sprue oder Glutenunverträglichkeit) hervorruft - eine chronische Erkrankung der Darmschleimhaut.
Erfahrungen vieler Kaninchenzüchter und -halter lassen darauf schließen, dass das Klebereiweiß dieser Getreidesorten auch problematisch für die Verdauung von Kaninchen sein könnte. Hafer und Gerste enthalten ebenfalls Klebereiweiß - aber offensichtlich in einer Zusammensetzung, die für die Verdauung der Kaninchen unbedenklich ist. In Deutschland sind Haferprodukte für Zöliakie-Kranke noch nicht zugelassen, weil man Verunreinigungen mit anderen Getreidesorten bei der Ernte, Verarbeitung und Lagerung befürchtet.
Je nach Erntezeitpunkt und Zusammensetzung ist natürlich auch Gras und Heu relativ reich an Zucker und Stärke, da es vorrangig aus Süßgräsern besteht. In verschiedenen Heusorten beträgt der Zuckergehalt bis zu 14%, der Gehalt an Stärke ca. 3%.
Stärke ist also ein Stoff, der den Kaninchen in ihrer natürlichen Nahrung zur Verfügung steht und gefressen wird, ob sie nun leicht oder schwerverdaulich ist. Die Aufspaltung (Verdauung) der Stärke im Körper erfolgt durch Enzyme. Durch den Prozess der Herstellung von Trockenfutter wird ein Großteil der Stärke bereits durch Wärme und Feuchtigkeit aufgeschlossen, so dass sie leichter verdaulich ist. Wenn ein nicht zu großer Teil der gesamten Nahrung aus getreidehaltigem Trockenfutter besteht, kann dies unmöglich für viele der immer wieder beschriebenen Verdauungsprobleme verantwortlich sein. Halter, die ihre Tiere mit natürlichen Nahrungsbestandteilen füttern berichten, dass auch größere Mengen von Weizen keine Probleme verursachen. Wir selbst benutzen ein Trockenfutter, das zu 20% aus Dinkel im Spelz, 15% Gerstenflocken und 10% Maisflocken besteht.* Die Jungtiere fressen es nach dem Verlassen des Nestes, ohne Durchfälle zu bekommen. Kokzidiose ist für unsere Tiere ein Fremdwort. Der einzige Unterschied unseres Trockenfutters zu herkömmlichen: es besteht nicht aus Pellets, sondern natürlichen, getrockneten Bestandteilen.
Seit längerem verfolgen wir die Diskussionen um Getreide, Stärke, Trockenfutter und kennen die einschlägige Fachliteratur. Anfängliche Probleme in der Aufzucht mit Pellets und Durchfällen gehörten mit dem Umstieg auf ein Trockenfutter, bestehend aus natürlichen, getrockneten Bestandteilen, der Vergangenheit an. Es muss allerdings darauf verwiesen werden, dass unsere Tiere dieses Futter nur im Winter in nennenswerten Mengen fressen, da sie in der Vegetationszeit fast ausschließlich mit ihrer artgerechten Nahrung - also frischem Grün - versorgt werden. Die sehr zahlreichen Berichte und Erfahrungen lassen zu, einen Zufall auszuschließen. Es fehlt nur die Erklärung für die Widersprüche in Theorie und Praxis.
Auch ohne Labor und Testreihen meinen wir, eine einfache Erklärung für etwas Offensichtliches zu haben: die Form des Futters bzw. seine Struktur. Ist sie durch die Verarbeitung zu Pellets weitgehend zerstört, bilden die zermahlenen Bestandteile eine Nahrung, die der arttypischen nicht mehr entspricht. Es fehlt die intakte Rohfaser, die auf Grund ihrer schweren Verdaulichkeit für eine schnelle Passage und somit eine ständige Flutung" des Darms sorgt. Die kleinen, leichtverdaulichen Bestandteile befinden sich zu lange im Darm und bilden dort ein Substrat, das den pH-Wert langsam ansteigen lässt und so für die Vermehrung von Bakterien dient, denen normalerweise der Nährboden fehlt. |
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In Bild 5 ist zu sehen, was von den Pellets übrig bleibt, nachdem sie in Wasser aufgelöst wurden.
Die Stärke befindet sich größtenteils im Endosperm, dem Mehlkörper des Kornes. Dieser ist in verschiedenen Produkten der Getreideverarbeitung nicht mehr enthalten. Trotzdem können diese für die Kaninchenfütterung eine wertvolle Ergänzung darstellen, denn neben dem Rohfasergehalt enthalten sie die wertvolleren Eiweiße, ungesättigte Fettsäuren, verschiedene Vitamine und Mineralien.
Zu diesen Produkten gehören z.B. Kleie und Grießkleie. Kleie ist ein sogenanntes Mühlennachprodukt und ein Sammelbegriff für den Rest, der nach der Getreidevermahlung anfällt - bestehend aus den Randschichten des Korns und dem Keim. Dieser Rest kann für die Kaninchenfütterung durchaus sinnvoll sein, weil das Eiweiß im Vergleich zu dem des Mehlkörpers wertvoller ist. Der Anteil ungesättigter Fettsäuren im Fett ist hoch und es sind Vitamine A, B1, B2, B6, Folsäure und E sowie Mineralstoffe enthalten. Außerdem enthalten die Randschichten des Korns viel Rohfaser. Die Grießkleie unterscheidet sich von der Kleie noch einmal durch ihren höheren Feinheitsgrad.
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* Nösenberger Trockenfutter, Deklaration:
Zusammensetzung: 25 % entblätterte Luzerne 20 % Dinkel im Spelz 17 % Johannisbrot 15 % Gerstenflocken 10 % Maisflocken 6 % Möhrenchips 2 % Petersilie, getrocknet 2 % Leinflocken, kalt gepresst 1 % Leinöl, kalt gepresst 1 % Melasse
Inhaltsstoffe: 15 % Rohfaser 9,5 % Rohprotein 3,4 % Rohfett 6,8 % Rohasche
Zusatzstoffe: 12.000 IE Vitamin A Vitamin-A-Präparat) 750 IE Vitamin D3 42 mg Vitamin E (Vitamin-E-Präparat) 1.300 mg Vitamin C 10 mg Kupfer (Kupfer-(II)-sulfat, Pentahydrat)
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