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Wir werden oft gefragt, warum wir unseren Kaninchen noch Trockenfutter zufüttern. Der Grund ist recht einfach: Die Nahrung für unsere Tiere suchen wir aus - nicht die Tiere. Wir kennen ihren augenblicklichen Bedarf an bestimmten Nährstoffen jedoch nicht. Es kann also durchaus sein, dass sie entsprechend ihrer Verfassung gerade eine bestimmte Substanz benötigen, die im vorgelegten Futter nicht enthalten ist. In einem Alleinfuttermittel sind alle nötigen Nährstoffe enthalten und werden bei Bedarf aufgenommen. So verringert sich das Risiko eines Mangels. Es ist nötig, Trockenfutter nach ihrer Form, Konsistenz und Zusammensetzung von Inhaltsstoffen zu beurteilen, des Weiteren vor allem nach der zu fütternden Menge, dem Tier (Körpermasse) und Haltungsbedingungen (Winter, Außenhaltung). Der große Universalgelehrte des Mittelalters, Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, ist unter anderem durch folgende Aussage unsterblich geworden: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Zu fein vermahlene Bestandteile der Pellets begünstigen jedoch verschiedene Darm- und andere Krankheiten, wenn die Partikelgröße < 0,3 mm ist. Besonders das Fehlen einer strukturierten Rohfaser macht sich schnell negativ bemerkbar. Des Weiteren kann die hohe Nähstoffkonzentration in Verbindung mit einer zu geringen Partikelgröße die Entwicklung der Erreger von Erkrankungen der Verdauungsorgane wie z.B. Coli-Bakterien, Clostridium perfringens und Kokzidien fördern. Durch die feine Vermahlung der Komponenten entsteht im Verdauungstrakt ein Nahrungsbrei der aus hochverdaulichen, feinen Bestandteilen besteht. Dies führt zu schneller Sattheit und daraus folgendem, fehlendem Nachschub nur langsam weitertransportiert wird und den Nährboden für pathogene Keime bildet. Die Angabe eines hohen Rohfasergehaltes täuscht in diesem Fall, da die Fasern zu kurz und somit wenig strukturiert sind. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ein großer Nachteil der Pellets ist die fehlende Möglichkeit, bestimmte Nährstoffe entsprechend der aktuellen Stoffwechsellage gezielt aufzunehmen, da die Zusammensetzung stets gleich ist. Es fehlt also die Möglichkeit der Auswahl entsprechend des körperlichen Befindens. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Besonders in Internetforen für Halter, die oft von "Tierschützern" betrieben werden, wird über die Schädlichkeit von bestimmten Inhaltsstoffen geschrieben bzw. erklärt, dass sie Nebenprodukte der Herstellung von bestimmten Erzeugnissen seien und somit im Magen des Kaninchens nichts zu suchen hätten. Besonders beliebt ist das Argument, dass Kaninchen nicht mit Trockenfutter ernährt werden sollen, weil sie es in der Natur auch nicht finden würden. Dieses Argument ist bei genauerer Betrachtung der heute üblichen und oft empfohlenen Fütterung mit Heu und Gemüse nicht sehr sinnvoll. Wenn jemand kein Trockenfutter füttert, weil er sein Tier vollkommen artgerecht ernährt, ist das sicher kein Problem. Heu findet ein Kaninchen in der Natur nur in der Vegetationsruhe und frisst es auch nur bei Mangel an frischem Grün - keinesfalls aber als Hauptnahrung. Der Blinddarmkot hilft ihm, diese Notzeit relativ problemlos zu überstehen. Gemüse steht ebenso nur einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung und wird vom Kaninchen, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen gefressen. Das heißt, der Mensch zwingt die Tiere zum Fressen von Nahrung, die sie normalerweise wenig bzw. selten fressen würden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ausdrücklich muss betont werden, dass zu diesen Futtermitteln nicht die sogenannten "Leckerlis", Dropse, Knabberstangen oder Ergänzungsfutter ohne Inhaltsangabe zählen, die keine Bereicherung der Nahrung darstellen, sondern eher Quellen für Krankheiten und Übergewicht darstellen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Gern wird z.B. als negatives Argument auf den Zuckergehalt in Trockenfuttern hingewiesen. Dabei sollte aber bedacht werden, dass der Anteil des Zuckers, meist durch Melasse eingebracht, bei ca. 0,5% liegt. Im Heu enthaltenes Welsches oder Deutsches Weidelgras schlägt dagegen mit ca. 11% Zucker in der Trockenmasse zu Buche. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ergänzung vom 03.02.2009 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Heu: eigentlich nichts weiter als ein Trocken-Futter, dessen Zusammensetzung weitgehend unbekannt ist und das üblicherweise als "Raufutter" bezeichnet wird. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In letzter Zeit machen sogenannte Struktur-Trockenfutter von sich reden. Diese bestehen aus natürlichen, getrockneten Komponenten wie z.B. Möhre, Luzerne, Maisflocken usw., denen verschiedene Bestandteile zugemischt werden (können). |
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Im Bild: Nösenberger, ein Alleinfuttermittelmittel für Kaninchen, welches wir als Ergänzung der Ernährung empfehlen können. Es wird auch von Jungtieren bestens vertragen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | Seit einiger Zeit bereiten wir ein eigenes Trockenfutter zu: | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Gewicht [g] |
Anteil [%] |
ca. Preis[] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kräutermix* Luzernegrün Erbsenflocken Karotten-Chips Maisflocken Haselnussblätter Sonnenblumenkerne Leinsamen |
3000 600 250 250 250 100 250 250 |
61 12 5 5 5 2 5 5 |
10,5 6,0 0,9 1,6 0,6 1,0 0,9 0,7 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| *Petersilie, Sellerie, Kerbel, Oregano, Thymian | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Seit den fünfziger Jahren gibt es auf dem deutschen Markt Trockenfutter in Pellet-Form. Damals wurden Kaninchen noch aus rein wirtschaftlichen Gründen gehalten - und genau das war der Grund für die industrielle Herstellung von Kaninchenfutter. Damit war eine effiziente Ernährung von Macht- und Zuchtkaninchen möglich. |
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Für die Herstellung von Pellets werden die die Futterbestandteile zerkleinert und gemischt, anschließend in einer Trommel verdichtet und durch eine Matrize mit vielen Bohrungen (ø 3 mm) als Stränge ausgepresst, die schließlich auf Länge geschnitten werden. Technologisch bedingt wird die Masse beim Herstellungsprozess auf bis zu 70°C erhitzt. Durch die abschließende Abkühlung entweicht die Feuchtigkeit bis auf einen Gehalt von 12 - 13%. Für die nötige Konsistenz der Masse werden unter anderem Stärke und Melasse als "Bindemittel" zugesetzt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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1.Trockenfutter ohne Deklaration - also ohne Angabe der Inhaltsstoffe - sollten grundsätzlich nicht verfüttert werden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Von vielen wird Trockenfutter heute pauschal abgelehnt. Die meisten dieser Gegner füttern ihren Tieren im Gegenzug Heu und Gemüse: Notnahrung für Tiere, die es gewohnt sind, aus frischem Grün die schmack- und nahrhaften Teile auszusuchen. Sie mag zwar natürlich sein, entspricht aber nicht der arttypischen Nahrung - kein Wildkaninchen würde sich ohne Zwang von solch minderwertigem Ersatz ernähren. Mit anderen Worten - diese Art der Ernährung ist über einen längeren Zeitraum nicht artgerecht. Die Behauptung, in Heu und Gemüse "wäre alles drin", ist äußerst fadenscheinig - denn keiner weiß genau, was im Heu eigentlich wirklich "drin" ist. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Zum Vergleich: Ein Achtel eines Apfels enthält etwa die vergleichbare Zuckermenge eines Stücks Würfelzucker. Wenn man außerdem weiß, dass Heu einen Zuckeranteil von bis zu 14% haben kann, stellt sich die Frage, warum überhaupt über Melasse debattiert wird (100 g Heu 10 g Zucker). |
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Getreide gehört zu den Süßgräsern. Einige Arten wurden kultiviert, um sie ertragreicher zu gestalten. Manche Getreidesorten enthalten Stärke in einer Form, die nicht nur für Kaninchen offensichtlich schwer verdaulich sind. Dazu gehört auch Weizen. Die Proteinzusammensetzung verursacht beim Menschen Zöliakie (Glutenunverträglichkeit, Sprue). Dabei handelt es sich um das sogenannte Klebereiweiß, dass zum Beispiel dafür sorgt, dass aus dem Mehl dieses Getreides Brot gebacken werden kann. Deshalb sollte auch auf Trockenfutter, die Weizen enthalten, verzichtet werden. Die Proteinzusammensetzung im Hafer ist dagegen für Menschen unbedenklich - auch für solche mit Glutenunverträglichkeit. Gerste wird seit langer Zeit als guter Energielieferant geschätzt, außerdem enthalten Getreide alle essentiellen Aminosäuren sowie wertvolle Fettsäuren. Die Stärke wird bei der Verarbeitung des Trockenfutters durch die Erhitzung auf ca. 70°C aufgeschlossen, so dass sie leichter verdaulich ist. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Über die "Schäden", die Getreide im Verdauungstrakt des Kaninchens anrichten soll, kursieren mittlerweile die unglaublichsten Geschichten - meist in sogenannten "Erfahrungsberichten" in diversen Kaninchenforen gleich ganz oben angepinnt. Oft wird über den Tod eines geliebten Tieres berichtet, der durch geringe Mengen an Trockenfutter verursacht worden sein soll. Aus den meisten liest man allerdings heraus, dass der Halter schlecht bzw. gar nicht informiert ist, den Tierarzt falsch verstanden hat oder aus anderen Gründen falsche Schlüsse zieht. Vielleicht regt auch die Bezeichnung bestimmter Proteine als "Klebereiweiß" die Phantasien einiger über Gebühr an. Allein die Empfehlung selbst hartgesottener Getreidegegner von Haferflocken als "Päppelfutter" ist dann sachlich richtig und verweist indirekt auf den Wert von Hafer: nämlich als Energie und Proteinlieferant. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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