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Warum Käfighaltung gar nicht geht...
Wildkaninchen leben in Gruppen, die familiäre Strukturen aufweisen. In der Regel handelt es sich um 6- 12 Tiere verschiedener Altersstufen und Geschlechts. Rangordnungen bestehen jeweils getrennt zwischen männlichen und weiblichen Tieren. Die Tiere sind nur selten beim “Kuscheln” zu beobachten, in der Regel wahren sie immer eine gewisse Individualdistanz untereinander. Manche Tiere haben bestimmte, bevorzugte Fressplätze oder Orte, an denen sie sich putzen und sonnen. Die Gruppenmitglieder entfernen sich durchschnittlich etwa 250 m vom Bau und zur Nahrungssuche bis zu 600 m.
Hauskaninchengruppen in Freilandhaltung zeigen eine ähnliche Verhaltensweise. Für sie bildet aber in der Regel der Zaun die Reviergrenze.
Treten Streitigkeiten auf, können Tiere weiträumig ausweichen. Betrachtet man den Aktionsradius nur dieser zwei Tiere auf dem unteren Bild, wird schnell klar, wie groß der Raum sein muss, der gestattet, dass sich das unterlegene Tier der Aggression dauerhaft entziehen kann.
Auch Hauskaninchen müssen gelegentlich “ausweichen”. Dieses arttypische Verhaltens des “sich Entziehens” einer Bedrohung ist in einem Käfig nicht möglich. Erschwerend kommt dort hinzu, dass auch andere Tiere in die Auseindersetzung einbezogen werden, was Stress auf die ganze Gruppe ausübt. Dieser Stress, vor allem dauerhafter, wirkt sich auf das Immunsystem aller Tiere der Gruppe aus (siehe von Holst, 2004).
Nach dem Verlassen des Baus sieht man oft, dass sich die Tiere “strecken”. Das ist ein Verhalten, welches der Lockerung der Muskeln dient. Das Verhalten ist bei Kaninchen in Käfighaltung so gut wie nie zu beobachten, weil die Tiere es nur dann zeigen, wenn sie genügend Platz und über eine Distanz zu Artgenossen verfügen. Beim Strecken benötigt das Tier einen Platz, der dem auf Basis seiner Körpergröße, theoretisch berechneten bei weitem übersteigt.
Neben schnellen Sprints mögen Kaninchen auch das Klettern...
Auch ohne Stress und völlig frei von äußeren Einflüssen bewegen sich Kaninchen gern: Rennen, Hoppeln und Springen sind völlig normale, arttypische Verhaltensweisen.
Jungtiere testen ihre Umgebung und den Fluchtweg zum “Bau” (zur Unterkunft mit den vertrauten Wurfgeschwistern) immer wieder und zeigen dabei erstaunliche Fähigkeiten. Das bild zeigt ein Jungtier von ca. 8 Wochen bei einem Sprung über die Wiese. Im Hintergrund liegt die Mutter.
...wobei ihnen kein Regal zu hoch ist.
Neben den kraftraubenden Aktivitäten ruhen Kaninchen auch gern. Wildkaninchen nutzen dabei die Sonne und die trockene, warme Erde u. a. dafür, lästige Parasiten loszuwerden.
Dieses junge Hauskaninchen hat es sich in einem Korb gemütlich gemacht. Der Grund ist der Rest des Futters, das in dem Korb transportiert wurde. An heißen Tagen kühlt das frische Grün im Schatten, was die Tiere gern nutzen. Die Grundfläche des Korbes ist 34 cm lang und die Seitenwand 23 cm hoch, die Dreickesfläche beträgt somit ca. 391 cm².
Keine “planimetrische” Berechnung kann erfassen, wie wohl sich diese beide Tiere fühlen, indem sie sich ungestört und ohne Einschränkung ausstrecken können - die Bäuche in der Sonne, der Kopf im Schatten.... Dieses Verhalten kann man nur bei Kaninchen beobachten, die unbedrängt sind und sich absolut sicher fühlen. Das braune Tier hebt den Kopf, weil es sich durch den Fotografen gestört fühlt, obwohl er sich vermeintlich leise angeschlichen hat und vertraut ist. Jede weiter Störung würde das Ruhen sofort unterbrechen.
Nicht selten bekommt man einen Schreck, wenn man ein Tier in einer Situation wie auf dem untern Bild findet. Aber es ruht nur unbedrängt und in absoluter Sicherheit. In einem Käfig in Gegenwart anderer Tiere wäre ein solches Bild, wie auch die vorstehenden, undenkbar und wird auch in keiner, einzigen Veröffentlichung so beschrieben. Der Grund sind immer entweder die räumliche Enge in einem Käfig oder semi-natürliche Untersuchungsbedingungen.
Kaninchen mögen erhöhte Plätze nicht erst, seitdem es “wissenschaftliche” Untersuchungen darüber gibt.
Kaninchen akzeptieren auch die körperliche, distanzlose Nähe von Artgenossen. Das gilt aber nicht immer! Mancher Wissenschaftler meint, damit ein geringeres, nötiges Platzangebot begründen zu können. Das ist natürlich Unsinn. Die Tiere treffen die Entscheidung der Nähe freiwillig, und nicht, weil es die WRSA “wissenschaftlich” in Käfigen ermittelt hat.
Ein weiteres Zeichen für absolutes Wohlbefinden ist das “Wälzen”. Dieses arttypische Verhalten findet sich in keiner “Käfig”-Untersuchung. Warum? Kein Kaninchen würde sich auf einem Gitterboden wälzen. Das Verhalten lässt sich nur auf trockenem, vorzugsweise sandigem Boden beobachten. Arttypisch, weil es auch dem natürlichem Bedürfnis des sich “Kratzens” und dem Loswerden potentieller Parasiten dient. Um dieses Verhalten ausüben zu können, müsste in einem Käfig die doppelte Körperbreite berücksicht werden + Platz für Artgenossen.
Vor allem beim Spielen entwickeln die Jungtiere zuweilen ganz erstaunliche Fähigkeit, bis hin zu einem  Salto.
Zum Fressen verteilen sich Wildkaninchen, auch Jungtiere, weit über die Fläche. Auch hier zeigt sich eine relativ hohe Individualdistanz.
2009-2018
Platz